104. Die Jugend von heute präsentiert Ideen von morgen

Bericht von Frederike Guggemoos, Freiwillige 2009/10.

Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Kultur verbrachten ca. 70 junge Leute aus ganz Bayern eine von insgesamt vier Seminarwochen im Jahr in Pfünz. Das Leitthema der Woche lautete „Gesellschaft mit Zukunft“.

„Wir schreiben das Jahr 2112. Die Stadt ist menschenleer, keine Leute sind zu sehen. Doch es gibt sie noch. Die Menschen vegetieren in ihren Wohnungen, vor ihren Computern dahin“, schallte es am Freitagabend mikrofonverzerrt über den Hof des Jugendhauses Schloss Pfünz. In einem erleuchteten Fenster erschien ein schwarz weiß gekleideter Ritter. Er solle die untergehende Welt retten, erklärte die laute Stimme.

Unbeteiligten und aufgeschreckten Nachbarn könnte dieses Spektakel gespenstisch erschienen sein. Die ungefähr 70 Jugendlichen Zuschauer und ihre Betreuer waren begeistert.

Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Kultur (FSJ Kultur) verbrachten die jungen Leute aus ganz Bayern eine von insgesamt vier Seminarwochen im Jahr in Pfünz. Im Gegensatz zu den Menschen, die ihre Zukunftsvisionen bevölkern, bauten die FSJ-ler auf ihre eigene Kreativität. In einem der sieben angebotenen Workshops konnte sie sich über die ganze Woche hinweg ausprobieren und verwirklichen. Eifrig wurden Comics gezeichnet, getanzt, musiziert, Filme gedreht, Stühle aus Grünholz und Weiden gefertigt und sogar eine eigene Radio Sendung produziert.

Das Leitthema der Woche, „Gesellschaft mit Zukunft“ wurde vom Träger des FSJ Kultur in Bayern, der BAG Spielmobile, ganz bewusst gewählt: „Die Jugendlichen befinden sich in einer sehr entscheidungsreichen Phase, beruflich, wie privat. In ihrer Gegenwart spielt die Zukunft eine große Rolle“, erklärt die Pädagogin Tordis Schuster. Der 19-jährigen Anselm Sichart hat durch seinen Workshop „Film“ sogar neue Talente erkannt und eine Berufsidee entwickelt: „In unserem Film Regie zu führen hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich meine Studienentscheidung noch einmal umwerfen werde“.

Mit je 20-minütigen Präsentationen pro Workshop schien es ein straffes Abendprogramm zu werden. Doch durch ganz verschiedenartige, kreative Methoden der Vorführung verflog die Zeit wie im Flug. „Ich bin begeistert von der Energie der Jugendlichen, den Talenten und der Freude mit der sie an ihren Projekten gearbeitet haben. Die Ergebnisse übertreffen alle Erwartungen“ versichert der Workshopleiter und hauptberuflicher Regisseur und Produzent Rainer Niermann.

Melissa Müller (17 Jahre) nahm am Modeworkshop teil. Ihr Outfit der Zukunft aus Papier und Muffinförmchen überzeugte auch auf dem Laufsteg im Schlosshof. Über Mikrofon wurden die einzelnen Charaktere, die die Papiermode der Zukunft vorführen in eine Geschichte eingebunden und vorgestellt, bevor sie ihre Kleider dann auf dem „Catwalk“ präsentierten. Melissa war mit ihrer Arbeit voll und ganz zufrieden: „Ich bin sehr verwundert, dass man aus Papier solche Anziehsachen herstellen kann. Die Modenschau ist uns wirklich gut gelungen, es war eine Stimmung wie bei den großen Labels“.

Von Frederike Guggemoos

BAG Spielmobile Seitenanfang
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Gefördert durch das